Warum Backgammon das beste Barspiel ist

Journal — 01

Warum Backgammon das beste Barspiel ist

Schach ist zu still, Karten sind zu kompliziert, Darts ist zu laut. Backgammon trifft genau die Mitte.

Es gibt eine Sorte Spiel, die in einer Bar funktioniert, und eine sehr viel grössere Sorte, die es nicht tut. Der Unterschied liegt nicht an den Regeln, sondern daran, wie viel Aufmerksamkeit ein Spiel verlangt. Schach verlangt alles. Zwei Leute am Schachbrett sind zwei Leute, die nicht mehr reden. Kartenspiele brauchen vier Personen, einen Tisch ohne Getränke und fünfzehn Minuten Regelerklärung.

Backgammon verlangt ungefähr die Hälfte deiner Aufmerksamkeit. Genau die richtige Hälfte.

Ein Zug dauert vier Sekunden

Du würfelst, du siehst zwei Zahlen, du schiebst zwei Steine. In den meisten Positionen gibt es zwei oder drei vernünftige Optionen, nicht dreissig. Das heisst: Es entsteht nie diese Stille, in der einer nachdenkt und der andere auf sein Glas schaut. Das Spiel läuft im Hintergrund weiter, während das Gespräch vorne läuft.

Der Würfel macht alle gleich

Das ist der eigentliche Grund. In einer Bar sitzen keine gleich starken Gegner. Da sitzt jemand, der seit zwanzig Jahren spielt, gegen jemanden, der vor zehn Minuten die Regeln gelernt hat. Bei Schach ist das eine Demütigung. Bei Backgammon ist es eine spannende Partie, weil die Würfel in einem einzelnen Spiel jede Erfahrung ausgleichen können.

Über fünfzig Partien gewinnt der Bessere klar. Über eine Partie kann jeder gewinnen. Für einen Abend unter Fremden ist das die perfekte Verteilung.

Es sieht gut aus

Ein aufgeklapptes Brett ist ein Objekt, kein Bildschirm. Holz, Filz, Steine, die klacken. Menschen bleiben davor stehen. Wir haben noch keinen Treffen erlebt, an dem nicht jemand vom Nebentisch gefragt hätte, was das ist — und die Hälfte davon setzt sich hin.

Kein anderes Spiel bringt Fremde so schnell an denselben Tisch.

Und es endet von selbst

Eine Partie dauert zehn Minuten. Das heisst, es gibt alle zehn Minuten einen natürlichen Moment, um aufzuhören, den Gegner zu wechseln, oder noch eine zu spielen. Niemand sitzt in einem Spiel fest, das er nicht mehr will. Genau das macht aus einem Treffen mit Brettern einen Treffen mit Leuten.

Wenn du sehen willst, wie das aussieht: wir spielen im Bohemia am Kreuzplatz. Und die Regeln lernst du unterwegs.

Zurück zum Journal

Home Board Zürich

Beim nächsten Mal dabei sein

Alle Termine laufen über die Gruppe: wann, wo, und wer schon zugesagt hat. Rein und raus, wann du willst — und wenn du eine Partie suchst, fragst du einfach dort.

Keine Mails, kein Newsletter. Nur der nächste Termin.